
Re-sona-nz = Re (rück- oder wider-) sonare (ertönen oder Hall)
„Durch Schallwellen gleicher Schwingungszahl angeregtes Mitschwingen eines anderen Körpers oder schwingungsfähigen Systems. Widerhall.“ (Duden)
Resonanz ist also eine Schwingung im Raum, die sich überträgt. Aus dem Französischen wird die Bedeutung des Wortes Resonanz im 17. Jhd. mit „Anklang, Verständnis, Wirkung“ ergänzt.
„Anklang“ erinnert an „Einklang“, An-klang erinnert auch an Ton bzw. Stimme.
In Verbindung mit der Bei-Bedeutung „Verständnis“ entsteht bei mir die Assoziation:
„mit gleicher Stimme schwingen“, vom „gleichen Ton erfüllt sein“. Die Übertragung einer Bewegung, einer bewegten Welle von einem (Resonanz-) Körper auf den anderen. Ein Impuls bringt etwas in Schwingung.
Die Form (der Resonanzkörper), auf die sich die Schwingung überträgt, ist entscheidend für den Ton, den die Schwingung verursacht. So sind alle Einzelteile an sich neutral – und erst im Zusammenspiel ergibt sich ein einzigartiger Klang.
Ein demonstratives Phänomen für Resonanz ist die Übertragung des Tons einer Stimmgabel auf eine andere Stimmgabel der gleichen Tonart. Wird eine Stimmgabel zum Klingen gebracht, beginnt auch die andere Stimmgabel zu klingen.
Nur wer den gleichen Ton in sich trägt, antwortet auf die Schwingung von außen.

Das TAO (Yin/Yang), ein Symbol, was häufig für die Darstellung der Polarität verwendet wird, kann auch als ein Symbol für Resonanz betrachtet werden. Es zeigt die Unzertrennlichkeit der Gegensätze, dass Licht nicht ohne Schatten und Schatten nicht ohne Licht existieren können. Und es zeigt, dass in jedem Schatten die Geburt des Lichts sowie in jedem Licht ein unerleuchteter Teil zu finden ist.
Wir können also auch im Gegenpol unseren eigenen verborgenen Anteil finden und mit dem vermeintlich Unvereinbarem in Resonanz gehen. Das bedeutet weiterhin, dass wir durch eine zielgerichtete „Bewellung“ (Resonanzwelle) das Verborgene da wachrufen können, wo wir es am wenigsten vermuten. „Nichts ist unmöglich“. So können wir unter widrigsten Umständen das Schöne erblühen sehen und trotz traumhafter Bedingungen großes Elend erschaffen.
Die Frage ist: „Was schwingt in mir?“
Mein Weltbild, meine Glaubenssätze und Grundüberzeugungen erschaffen ein eigenes Schwingungsmuster. So entstehen Resonanzen aus meiner Bindung an die Eltern. In der Symbiose der ersten Lebensjahre haben wir keine Wahl:
Ich fühle, was du fühlst. Dein Weltbild ist mein Weltbild.
Die Spiegelneurone unseres Gehirns fördern Mitgefühl, Zugehörigkeitsgefühl und soziale Bindungen. Wir lernen, uns durch Andere zu erkennen. „Der Mensch wird am Du zum Ich“ (Martin Buber)
Folgen wir dem Muster. So wie ich in die Welt schaue, so wird die Welt mir begegnen.
Resonanz bedeutet also nicht „ICH BIN, womit ich in Schwingung gehe“ sondern „ICH TRAGE IN MIR, womit ich in Schwingung gehe“ – TAO!
Diese Differenzierung erscheint mir wertvoll und wichtig, um zu einer ehrlichen Selbstannahme in Liebe und Wertfreiheit zu gelangen.
Anerkennen was ist….
Ich bin die Summe aller unendlichen facettenreichen Möglichkeiten meiner Seele.
Was bedeutet das für mein Leben – mein SEIN?

Wenn Impulse aus unserem Umfeld beständig unseren Schatten in Schwingung versetzen oder Impulse sehr stark sind, kann eine Resonanz-Antwort in uns wachgerufen werden (und sich in Handlungen manifestieren), die für uns unter anderen Umständen unvorstellbar wäre.
Wer sich selbst sensibel wahrnimmt, kann diesen Einfluss tagtäglich bei sich beobachten. Unsere Stimmungen, Gedanken und Entscheidungen werden unentwegt von inneren und äußeren Impulsen geformt. Wir erleben uns harmonisch und disharmonisch, integer oder weniger integer, authentisch oder nicht authentisch, sind kongruent oder inkongruent in unserem Auftreten.
Diese Manipulierbarkeit unserer Einstellungen und Gefühle unter Gruppendruck ist jedem bekannt. Weniger bewusst ist oft, dass hierfür kaum Druck notwendig ist. Wir bemühen uns als soziale Wesen, die instinktsicher wissen, dass wir einander brauchen, stets um einen Konsens mit der Gemeinschaft unserer sozialen Gruppe.
Auch hier unterliegen große Bereiche einer unbewussten sozialen Anpassung an das Gedankengut, die Anschauungen, Rituale und Handlungsweisen des eigenen Kulturkreises und der eigenen Herkunft. Ändern sich unsere Lebens-Bedingungen, verändert sich auch unsere Wahrnehmung und unser Wertesystem. Damit erleben wir uns als Person auf eine neue, bislang unbekannte Weise. (Auswanderer und Flüchtlinge wissen von diesem Entwurzelung- und Neufindungsprozess zu berichten)
So kann stets alles Potential in mir geweckt werden. Je nach Impulsgabe meines Umfelds. So, wie ich gelernt habe „die Welt“ und mich darin zu sehen, so wird „die Welt“ sein und mich sehen.
Um nun bewusst das Resonanzgesetz zu nutzen und seine Bedeutung in das eigene Leben zu integrieren, gilt es herauszufinden, welchen unbewussten Anschauungen und Grundeinstellungen ich folge.
Bedeutet:
Die Welt – oder mein Erleben der Welt – weckt in mir Gefühle und Gedanken, welche mich zu Handlungen und Erfahrungen führen, die mit meinen unbewussten – wie auch bewussten – Seelenanteilen in Gleichklang sind.
Doch wie erkenne ich mich in „meiner Welt“?
„So etwas tue ich ja gar nicht…“ ist eine häufige Antwort, wenn Menschen dazu angeregt werden, in den eigenen Spiegel zu sehen.
Richtig!
Die Hälfte der Zeit leben wir das uns präsentierte Thema weit versteckter als unser „grober“ Spiegel in der Umwelt es zeigt. Die eigenen versteckten Wege zu erkennen, wo wir mit Kompensation, Sublimierung und anderen Abwehrmanövern unseren eigenen Schattenanteilen zu entgehen versuchen, darin besteht die Kunst. Eine „Eins-zu-Eins“ Darstellung führt uns das Leben eher selten vor. Eine Um-Interpretation und Leugnung ist daher angenehmer und häufiger. Wir brauchen also Mut, uns selbst ungeschönt ins Auge zusehen.
Also welche Fragen helfen mir, meinen Schatten zu entdecken?
Meine innere Haltung entscheidet.
Verschiedene Menschen sind in einer bestimmten Situation über ganz unterschiedliche Sachen irritiert.
Die platte Antwort einiger Esoteriker, wenn ein Mensch in ihrem Umfeld Dissonanz erlebt:
„Damit hast du ein Thema“
„Das hat was mit dir zu tun“
„Da musst du mal hingucken“
greift hier etwas kurz und ist wenig wegweisend, wenn sie in ihrer Pauschalität auch nicht zu leugnen ist. Um einen hilfreichen, das heißt differenzierteren Blick zu erhalten hier ein Beispiel:
Eine Mutter weist ihr Kind energisch in der Öffentlichkeit zurecht. Welche Themen werden hier angesprochen?
Es ist mir wichtig zu betonen, dass es vollkommen in Ordnung ist, Irritation etc. zu erleben. Es ist vollkommen in Ordnung, emotionell auf Ereignisse zu reagieren. Die unendliche Möglichkeit der Facetten in uns, will angesprochen, berührt, bewegt und wahrgenommen werden. Daher ist es gleich, ob ich in obiger Situation gelassen bleibe oder etwa nicht.
Von Bedeutung ist allenfalls, wie ich mit meiner Erfahrung weiterhin umgehe.
Je bewusster ich mir darüber bin, welche eigenen (übernommenen und entwickelten) Anteile und Grundeinstellungen mir hier begegnen, desto weniger Irritation wird eine Situation in mir auslösen. Mein Verständnis für mich selbst macht mich frei von der Versuchung, andere bewerten und beurteilen zu wollen. Ich werde frei, gut für mich zu sorgen. Gute (d. h. meiner eigenen Entwicklung zuträgliche) Entscheidungen für mich zu treffen und mit heilsamen Gedanken und Gefühlen in Resonanz zu gehen.
Das Gesetzt der Anziehung zeigt mir so auch, wo ich Heilung finden kann, welche Anteile ich liebevoll umarmen lernen kann und soll, um meine Wirklichkeit bewusst zu erschaffen.
Die innere Haltung entscheidet also, wie wir die Wirklichkeit interpretieren.
Bin ich verliebt, sehe ich die Welt durch eine rosa-rote Brille. Meine Wahrnehmung ist möglicher Weise selektiv, gewiss aber sind meine Interpretationen wohlwollend gefärbt. Meine innere Haltung könnte also auch als ein Farbfilter beschrieben werden, der bestimmt, wie meine Interpretation der Wirklichkeit ausfällt.
So können für alle Standpunkte und Überzeugungen Beweise in der Welt gefunden werden.
Bin ich eher pessimistisch, also ein „Schwarz-Seher“, werde ich die Welt um mich entsprechend wahrnehmen.
Beide Färbungen = innere Haltungen, veranlassen zu spezifischen Verhaltensmustern und Herangehensweisen. Unsere innere und äußere Haltung bilden sozusagen einen selektiven Resonanzkörper.
Wenn wir in Resonanz gehen, wählen wir aus. Wir entscheiden uns bewusst oder unbewusst für die eine oder andere Interpretation der Wirklichkeit.
Wir gehen in Schwingung mit einer Facette – einer Spiegelfläche der großen Welt (des großen Partylichts).
Jeder Fokus ist auch eine Begrenzung der Sichtweise. Und so können wir im Spiegel immer nur Teilaspekte unseres Selbst erkennen.
Letztendlich ist es für das Selbst unmöglich einen objektiven, d. h. ungefärbten Blick auf sich selbst zu erlangen. Denn jede Position im Universum und jeder Betrachtungsstandpunkt der Seele in einem Leben gibt jeweils nur den Blick aus der aktuellen Position frei.
Deshalb ist jeder Augenblick in sich einzigartig, unvergleichbar und vollkommen.
In Resonanz-Sein bedeutet für mich:
Den Tanz des Lebens zu tanzen. Durch alle Facetten und Ebenen des Seins durch den Spiegel der inneren und äußeren Bilder. Um in dieser endlosen Bewegung ein bewusstes Ganzes und somit Heil zu werden.
Es ist mir wichtig, dass Menschen den Blick dafür öffnen, wo sie in heilsamer, fruchtbarer und angenehmer Resonanz mit ihrer Umwelt sind.